Biokratie-Preis

Mit dem Biokratie-Preis werden Leistungen ausgezeichnet, die zu einer stärkeren Ausrichtung der Rechtsordnung an der Verantwortung gegenüber allem Leben beitragen. Preiswürdig sind neben rechtswissenschaftlichen Arbeiten auch naturwissenschaftliche, umweltpädagogische oder politische Leistungen. Der im Jahr 2012 in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Umweltrecht (Forum) an der Universität Hamburg erstmals verliehene Biokratie-Preis wird gestiftet vom Hamburger Unternehmer, Umweltpionier und Gründer vom HAUS DER ZUKUNFT Dr. Georg Winter.

 

Biokratie-Preis 2013: Dr. Cathrin Zengerling
Biokratie-Preis 2013: Dr. Cathrin Zengerling
Biokratie-Preis 2013: Prof. Dr. Berndt Heydemann, Biokratie-Preis 2013 für sein Lebenswerk
Biokratie-Preis 2013: Prof. Dr. Berndt Heydemann, Biokratie-Preis 2013 für sein Lebenswerk
Biokratie-Preis 2013 Prof. Dr. Berndt Heydemann (li.) erhält den Biokratie-Preis 2013 verliehen von Dr. Georg Winter (re.)
Biokratie-Preis 2013 Prof. Dr. Berndt Heydemann (li.) erhält den Biokratie-Preis 2013 verliehen von Dr. Georg Winter (re.)

Biokratie-Preis 2013

Dr. Cathrin Zengerling
Thema: "Greening International Jurisprudence: Environmental NGOs before International Courts, Tribunals, and Compliance Committees“

 

Die Arbeit untersucht wie internationale Gerichte, Schiedsgerichte und Organe der Erfüllungskontrolle internationales Umweltrecht durchsetzen. Gegenstand der Studie sind u.a. der Internationale Gerichtshof, die Menschenrechtsgerichtshöfe, der Streitbeilegungsmechanismus der Welthandelsorganisation, der Internationale Seegerichtshof, sowie die Erfüllungskontrollverfahren unter der Aarhus Konvention und dem Kyoto Protokoll. Es werden sowohl der institutionelle Aufbau als auch die umweltrelevanten Entscheidungen der genannten Institutionen analysiert. Besonderes Augenmerk liegt auf der Rolle von Umweltverbänden in den Verfahren. Die Autorin prüft den Status quo und stellt erhebliche Defizite fest. Sie unterbreitet Vorschläge zur Weiterentwicklung internationaler juristischer Institutionen, um einen besseren Umwelt- und Ressourcenschutz zu erreichen. Insbesondere fordert sie die Stärkung der Umweltverbände in den bestehenden Verfahren und die Errichtung eines neuen Internationalen Umweltgerichtshofs.

Prof. Dr. Dr. hc. Berndt Heydemann
Auszeichnung für das Lebenswerk

  • Professor für Zoologie und Ökologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • Umweltminister und Landesentwicklungsminister von Schleswig-Holstein (1988 bis 1993)
  • etablierte und erweiterte am Zoologischen Institut der Kieler Universität die Agrarökologie-Forschung und die Biologische Küstenforschung, heute „Wattenmeer-Forschung“ als Angewandte Ökologie (1953 bis 1964)
  • bewirkte den Aufbau der Abteilung „Experimentelle Ökologische Küstenforschung“ Unterstützt von der Volkswagen-Stiftung (1964 bis 1966)
  • Direktor am Biologiezentrum der Universität Kiel (1970 bis 1988)
  • gründet die Nieklitzer Ökologie – und Ökotechnologie-Stiftung (NICOL), mit dem Zukunftszentrum Mensch-Natur-Technik-Wissenschaft (ZMTW) in Nieklitz / Kreis Ludwigslust – Parchim (1998)
  • erhält den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), vorher den Bruno H. Schubert -Naturschutzpreis und die Goldene Ehrennadel des Deutschen Tierschutzbundes (2005)
Biokratie-Preis 2012: Die Biokratie-Preisträger Dr. Angela Schwerdtfeger (li.) und Dr. Jan Hendrik Dietrich (re.) mit Stifter Dr. Georg Winter
Biokratie-Preis 2012: Die Biokratie-Preisträger Dr. Angela Schwerdtfeger (li.) und Dr. Jan Hendrik Dietrich (re.) mit Stifter Dr. Georg Winter

Biokratie-Preis 2012

Dr. Angela Schwerdtfeger
Thema: „Der deutsche Verwaltungsrechtsschutz unter dem Einfluss der Aarhus-Konvention“

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In Ihrer Dissertation untersucht Angela Schwerdtfeger, inwieweit die Anforderungen des völkerrechtlichen Vertrages und des zu seiner Umsetzung ergangenen europäischen Richtlinienrechts im System des deutschen subjektiven Rechtsschutzes dogmatisch umgesetzt werden können. Dabei geht sie auch der Frage nach, ob das deutsche Umwelt- Rechtsbehelfsgesetz den völker- und europarechtlichen Vorgaben ausreichend gerecht wird. Gegenstand der Untersuchung ist zum einen das Klagerecht von Umweltverbänden. Die entsprechende deutsche Regelung erachtete im Mai 2011 auch der Europäische Gerichtshof in Luxemburg für unzureichend. Zum anderen werden die Konsequenzen für das Klagerecht Einzelner untersucht. Auch wenn die Vorgaben des Völker- und Europarechts hierzu weniger eindeutig sind und komplexere Fragen aufwerfen, ist auch insofern eine Fortentwicklung des deutschen Rechts angezeigt. Dabei kann die Ausweitung des Zugangs zu Gerichten in Umweltangelegenheiten nicht ohne Konsequenzen für das Gesamtsystem des deutschen Rechtsschutzes bleiben.

Dr. Jan Hendrik Dietrich
Thema: „Landesverteidigung in den Grenzen der Umweltpflichtigkeit“

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Die Untersuchung nimmt den Zielkonflikt zwischen Umweltbelangen und Verteidigungsinteressen aus rechtswissenschaftlicher Perspektive in den Blick. Sie arbeitet die realen Wirkungsbedingungen des Rechts anhand einer rechtstatsächlichen Analyse von militärisch-bedingten Umweltbelastungen sowie den derzeit geltenden rechtlichen Rahmen für umweltrelevantes Verhalten der Bundeswehr heraus, um regulative Fehlleistungen und Vollzugsdefizite im Völkerrecht, Europarecht und nationalen Recht zu identifizieren und Vorschläge für eine nachhaltige Lösung des Zielkonflikts zu formulieren.