Klaus Bosselmann zu Besuch im Haus der Zukunft

Prof. Klaus Bosselmann zu Gast im Haus der Zukunft

Zu einem ausführlichen ersten Gespräch und Meinungsaustausch über das Thema „Rechte der Natur/Biokratie“  trafen sich am 28. August Prof. Klaus Bosselmann und Dr. Georg Winter im HAUS DER ZUKUNFT. Für die beiden Pioniere der Nachhaltigkeit und des Umwelt- und Naturschutzes war es die erste persönliche Begegnung. Am Ende des Gespräches wurden erste Ansatzpunkte für eine langfristige Zusammenarbeit verabredet. Dr. Winter sagte eine aktive Unterstützung des HAUSES DER ZUKUNFT für die Versammlung zur Gründung von ELGA zu, die für den 12. und 13. Oktober in SIENA geplant ist.

Außerdem wurde eine engere Zusammenarbeit  bei der Vergabe des BIOKRATIE-Preises besprochen, der von Dr. Winter und seinem HAUS DER ZUKUNFT gestiftet wurde und in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Umweltrecht der Universität Hamburg erstmals 2012 vergeben wurde . Mit dem Biokratie-Preis werden Leistungen ausgezeichnet, die zu einer stärkeren Ausrichtung der Rechtsordnung an der Verantwortung gegenüber allem Leben beitragen. Preiswürdig sind neben rechtswissenschaftlichen Arbeiten auch naturwissenschaftliche, umweltpädagogische oder politische Leistungen.

Auch Möglichkeiten und erste Ideen zu gemeinsamen Veranstaltungen wurden erörtert. Dr. Winter lud Herrn Prof. Bosselmann ein, Besprechungsräume im HAUS DER ZUKUNFT als Treffpunkt seiner internationalen Netzwerke auf absehbare Zeit jederzeit kostenfrei (bei entsprechender Voranmeldung) zu nutzen. 

Prof. Klaus Bosselmann war auf der Durchreise nach Dänemark und hatte diese Gelegenheit zu einem Aufenthalt in der Hansestadt genutzt. Der international anerkannte Experte hält sich für sechs Monate in Deutschland zu einem Forschungssemester auf. Bosselmann engagiert sich bereits seit Mitte der 80er Jahre für eine „neue, ökologische Ordnung“ und war in Deutschland sehr aktiv. Sein Buch „Im Namen der Natur“ wurde in viele Sprachen übersetzt. Es begründet und erklärt, warum ein neues Weltbild und ein radikales Umdenken im Umgang mit der Natur erforderlich sind.  

Prof. Bosselmann war Anfang der 90er Jahre einem Ruf nach Neuseeland gefolgt, leitet seit seiner Gründung 1999 das New Zealand Centre for Environmental Law und setzt sich weltweit in wissenschaftlichen und juristischen Netzwerken und internationalen Organisationen für eine neue, naturverstehende und –schützende Weltordnung ein (World Earth Democracy / Erd-Charta). An der Universität Auckland unterrichtet der gebürtige Niedersachse seit Anfang der 90er Jahre öffentliches und internationales Recht, Europarecht, Umweltrecht und Verfassungsrecht.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen vergleichendes nationales und internationales Umweltrecht. Er ist Vorsitzender der für Ethik zuständigen Umweltrecht-Arbeitsgruppe der UN-Naturschutz-Organisation, Vorstandsmitglied bei ELGA (Ecological Law and Governance Association), Zweiter Vorsitzender der Global Ecological Integrity Group (GEIG) und Vorstandsmitglied mehrerer anderer Netzwerke, u.a. des Sustainable Aotearoa New Zealand (SANZ) und des New Zealand Centre of Global Studies (NZCGS).  Klaus Bosselmann ist darüber hinaus Autor von über 30 Büchern und einer Vielzahl von Aufsätzen über Umweltrecht und politische Ökologie. Einige wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Dr. Georg Winter und Prof. Klaus Bosselmann nutzten das Gespräch für eine umfassende „Tour d´Horizont“. Die Gemeinsamkeiten lagen dabei auf der Hand, denn beide teilen, neben vielen persönlichen Kontakten und biografischen Parallelen vor allem schon seit Jahrzehnten die Vision eines Staatswesens, dessen Staatsvolk alle Lebewesen umfasst und die Überzeugung, dass das Rechtswesen eine Schlüsselrolle bei einer Neugestaltung der Beziehungen zwischen Mensch und Natur spielen kann und muss.

Die Gründung von ELGA halten beide für einen wichtigen Schritt hin zu einer Weiterentwicklung des Umweltrechtes. Das Netzwerk, das im letzten Jahr einstimmig das Oslo-Manifest verabschiedet hat, ist ein Zusammenschluss internationaler Umweltjuristen und -aktivisten. ELGA will als internationale Plattform die Entwicklung ökologiebewusster Staatsformen und Gesetzgebungen voranbringen.

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