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Haben Ferkel Rechte? Die Grundrechtsfähigkeit nichtmenschlicher Lebewesen nach dem Grundgesetz

Jasper Mührel, Jurist und Wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Jena hält den Nichtannahmebeschluss der PETA "Ferkel-Klage" des Bundesverfassungsgericht für eine verpasste Gelegenheit, den jahrhundertealten Rechtsanthropozentrismus mit seiner instrumentellen Sicht auf die natürliche Umwelt in Frage zu stellen. Ein Denken, dass die Natur zu einer bloßen Ressource für die Bedürfnisse und das Wohlergehen des Menschen und die Erde zu einem verschmutzten und geschädigten Planeten am Rande einer unumkehrbaren Klimakatastrophe verwandelt hat. Er plädiert dafür, dass der Gesetzgeber und die Gesellschaft, die Frage der Eigenrechte der Natur und insbesondere der Tiere wieder thematisiert. Angesichts der immer drängenderen Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes sollte seiner Ansicht nach die anstehende Bundestagswahl im September ein Anstoß für gesetzliche Änderungen sein.

PETA-Verfassungsklage ohne Begründung abgelehnt: Verfassungsrichter entziehen sich der Auseinandersetzung um die Rechtsfähigkeit von Tieren

Im November 2019 hatte die Tierrechtsorganisation im Namen von Ferkeln, bei Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Beschwerde eingereicht. Es war einer der vielen Initiativen die PETA im Rahmen ihrer Kampagne „Grundrechte für Tiere“ unternahm. Fast zwei Jahre haben die Verfassungsrichter in Karlsruhe gebraucht, um diese Klage nun ohne Begründung abzulehnen. Welch ein Armutszeugnis. Nach der Robbenklage vor 30 Jahren war dies der zweite Versuch im Namen von Tieren zu klagen und die Rechtsfähigkeit von Tieren zu erlangen.  

Interview mit Doris Ragettli

Doris Ragettli

Die Schweizerin Doris Ragettli (57) ist MitbegründerIn der weltweit aktiven „Rights of Mother Earth“- Bewegung (www.RightsOfMotherEarth.com). 2011 startete die Oberwilerin eine Unterschriftensammlung für eine UNO-Erklärung zu den Rechten der Natur. Sie verfolgt das Ziel eine Million UnterstützerInnen zu finden.
Seit 2013 ist sie Mit-Organisatorin des jährliche in Genf stattfindenden UNO Forums für die Rechte der Natur. Die Schweizerin ist auf dem Dorf groß geworden. Schon als Kind wurde ihr die Liebe zur Natur und der Auftrag sie zu schützen von ihren Eltern mit gegeben. Auf ihren Reisen in Südamerika machte sie Erfahrungen, die ihr immer wieder die Kraft geben Menschen für die Recht der Natur zu begeistern. 

Was sich am Fleisch entscheidet

Thilo Hagendorff Was sich am Fleisch entscheidet

Sozialwissenschaftler und Ethiker Dr. Thilo Hagendorff erspart seinen Lesern nichts. Wer Fleisch mag, dem muss der Bissen im Halse stecken bleiben, wenn ihm so deutlich vor Augen geführt wird, mit wie viel Leid, Sadismus und Brutalität die „Fleischproduktion“ (schon der Begriff ist monströs) einhergeht. Sein Buch "Was sich am Fleisch entscheidet" ist ein überzeugende Aufforderung vegan zu Leben und eine gute Begründung für eine Ethik der Achtsamkeit. Denn nicht nur auf die Politik, sondern auch auf jeden Einzelnen von uns kommt es an. Und unser Haltung gegenüber der Tierfrage ist wichtiger als wir glauben.