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Neue Koalition für eine universelle Erklärung der Rechte der Natur

von Netzwerk Rechte der Natur

Callie Veelenturf, Juan Carlos Navarro, Xiomara Acevedo, Jocabed Solano und Natalia Greene bei der Pressekonferenz zur Rechte-der-Natur-Koalition.

Die Rechte der Natur sollen auf internationaler Ebene stärker verankert werden. Am 26. Oktober 2026 wurde auf der UN-Biodiversitätskonferenz COP17 in Jerewan, Armenien, eine neue zivilgesellschaftliche Koalition vorgestellt. Sie setzt sich für die Verabschiedung einer universellen Erklärung der Rechte der Natur durch die UN-Generalversammlung ein.

Die Initiative begleitet den Vorstoß einer Staatenkoalition, die Panama, Tonga und Vanuatu im September im Rahmen der UN-Generalversammlung gegründet haben. Beide Zusammenschlüsse arbeiten unabhängig voneinander. Sie wollen unterschiedliche Perspektiven in die internationale Debatte über die Rechte der Natur und eine mögliche künftige UN-Erklärung einbringen.

Zivilgesellschaft und Staaten im Austausch

Die neue zivilgesellschaftliche Koalition will Organisationen der Rechte-der-Natur-Bewegung, indigene Völker, lokale Gemeinschaften, afrodescendente Organisationen, Umweltinitiativen, Wissenschaft, juristische Fachleute und junge Menschen miteinander verbinden. Im Mittelpunkt stehen der Austausch von Wissen, die Abstimmung gemeinsamer Aktivitäten und die öffentliche Bildungsarbeit. Praktische Erfahrungen sollen sowohl die Umsetzung auf nationaler Ebene als auch künftige internationale Beratungen unterstützen.

Die Staatenkoalition „For Nature“ ist ein informeller und freiwilliger Zusammenschluss. Die beteiligten Länder entscheiden weiterhin selbst über ihre Gesetzgebung und ihre Positionen in internationalen Verhandlungen. Eine universelle Erklärung der Rechte der Natur ist ein mögliches längerfristiges Ziel, ein Beschluss darüber liegt mit der Gründung der Koalitionen noch nicht vor.

Den Eigenwert der Natur anerkennen

Die Rechte der Natur beruhen auf einem rechtlichen und ethischen Ansatz, der Ökosystemen und Arten einen Eigenwert zuerkennt. Ihre Interessen sollen bei Entscheidungen berücksichtigt und vertreten werden können, insbesondere wenn es um ihre Existenz, Regeneration und Wiederherstellung geht.

Panamas Umweltminister Juan Carlos Navarro betonte bei der Pressekonferenz, dass die Anerkennung und Verteidigung der Rechte der Natur eng mit dem menschlichen Überleben verbunden sei. Er rief weitere Staaten dazu auf, sich der Initiative anzuschließen.

Callie Veelenturf, Gründerin und Leiterin von forNature, hob hervor, dass bestehende Umweltgesetze weiterhin unverzichtbar seien. Angesichts des fortschreitenden Verlusts biologischer Vielfalt brauche es jedoch zusätzliche Instrumente. Die Rechte der Natur könnten dazu beitragen, den Eigenwert und die Interessen der Natur stärker in Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen.

Anknüpfung an die globalen Biodiversitätsziele

Eine Grundlage für den Austausch bietet der globale Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal. Er berücksichtigt unterschiedliche Wertesysteme und nennt ausdrücklich die Rechte der Natur und die Rechte von Mutter Erde für jene Länder, die diese anerkennen. Auch die Bedeutung gemeinschaftlichen Handelns, insbesondere durch indigene Völker und lokale Gemeinschaften, wird hervorgehoben.

Die Koalitionen wollen den Austausch darüber fördern, wie solche Ansätze den Schutz der biologischen Vielfalt unterstützen können. Dabei geht es auch darum, internationale Zusagen in konkrete Maßnahmen zu übersetzen und Erfahrungen mit unterschiedlichen rechtlichen Wegen zugänglich zu machen.

Internationale Entwicklungen als Rückenwind

Die Initiative knüpft an Entwicklungen im internationalen Umweltrecht und Menschenrechtsschutz an. Die Pressemitteilung verweist unter anderem auf die Anerkennung des Menschenrechts auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt durch die UN-Generalversammlung im Jahr 2022 sowie auf Gutachten des Internationalen Gerichtshofs und des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2025. Diese bieten weitere Anknüpfungspunkte für die Debatte über den Schutz von Menschen und Ökosystemen.

An der Pressekonferenz nahmen neben Juan Carlos Navarro und Callie Veelenturf auch Xiomara Acevedo Navarro von forNature und der Fundación Barranquilla+20, die indigene Guna-Vertreterin und Leiterin von Indigenous Memory, Jocabed Solano, sowie Natalia Greene, Direktorin der Global Alliance for the Rights of Nature, teil.

Quelle: forNature, Pressemitteilung vom 26. Oktober 2026: Rights of Nature Leaders Launch Global Civil Society Coalition at COP17.

KONTAKT

VORSTÄNDIN NETZWERK RECHTE DER NATUR E.V

Christine Ax

+49 ​(0) 151 ​26691150

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